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Delicious Date – Danse Noire
Hallo zusammen,
heute gibt es einmal wieder Musik auf die Ohren und Augen. “Danse Noire” ein sehr schönes Stück der kieler Jazz Jungs von Delicious Date, wie gewohnt in stilvoller Abendgarderobe. Viel Spaß!
Abendliche Nahrungssuche
Es ist Samstag abend und ich habe Heißhunger auf Rumpsteak. Leider ist selbiges nicht im Hause, muss also fremdbezogen werden. Gut, dass es erst 20.30 Uhr ist, und die Filiale der himmlischen Supermarktkette, welche mit Öffnungszeiten bis 21.00 Uhr die Kunden, sowie abendlichen nichts kaufenden Besucher, zu sich und nicht zur Konkurrenz wirbt, direkt um die Ecke liegt…
1. Station Gemüseabteilung: Nachdem sich bei der Gemüseauswahl plötzlich die himmlisch weiße Hintergrundbeleuchtung der Tiefkühlschränke verabschiedete wurde ich schon etwas misstrauisch. Timecheck: 20.45 Uhr. Hmm, Alles safe.
Die passende Soße war in alter Nadel-Heuhaufen-Manier (den Mengenlehren-Vergleich des Warensortiments in Bezug auf die Nahrungsbedürfnisse der Durchschnittseinkäufer am Beispiel verschiedener Supermarktketten spare ich mir an dieser Stelle…) nach einigem Ausrasten aber doch noch relativ schnell gefunden. Nun, also das Herzstück des Abendmals: totes Tier.
Tiefgefrohren oder frisch? Nun, frisch ist mit dem studentischen Geldbeutel heutzutage ja leider inkompatibel geworden, außerdem hatte ich Angst vor dem Fleischthekenfachverkäuferinnenhumor, daher: ab zu den Truhen! – Zwei doppelseitige, circa 10 m lange, 2 m breite, bis zum Rand mit nur zu erwärmenden Köstlichkeiten, sowie dem obligatorischen Anteil Heu gefüllte Exemplare warteten am Ende des Ganges. Aber beim näheren Hinsehen verschwand der erst so funkelnde Glanz der scheinbaren Schatztruhen. Ohne ihre Beleuchtung erscheinen diese gleich matt und trist. Jedoch lange nicht so trist wie mein Gesichtsausdruck nach dem Bemerken der 24 glanzabsorbierenden Styropoorplatten, die bereits die Schiebeelemente der Truhen bedeckten sowie der im Hintergrund stehenden, himmlisch dicken Mitarbeiterin, die meine halb gierige, halb enttäuschte und komplett verzweifelte Miene sah, und nur völlig emotionslos den Kopf schüttelte. Timecheck: 20.48 uhr. Was soll das denn?! Geht’s noch?!
Nun, also doch angsterfüllt und genervt zur Fleischtheke. Um die Ecke abgebogen werde ich auch schon sofort von dem strahlenden Glanz der Fleischtheke geblendet die dort völlig verlassen und schon seit einer halben Stunde fertig geputzt und polliert, so scheint es zumindest, im Raum stehen gelassen wurde. Jetzt reicht’s! – Zurück zu Station 1, das Gemüse kommt zurück, weiter zur Station 2, die Soße wird frustriert zurück ins Heu geworfen, noch einmal suche ich die nicht umsonst… Als ich um 20.52 Uhr den Laden verlasse, denke ich Schimpfwörter murmelnd über Slogans für den Supermarkt nach, wie: “Geöffnet bis 21.00 Uhr – das was sie wirklich brauchen, gibt es aber weiterhin nur bis 20.00!” oder “Täglich frisch bis 20.00 – danach gibt’s Heu!”
Gut, dass man sich in solch schweren, von flexibilitätsversprechenden Angeboten geprägten, Zeiten immernoch auf seinen südländischen Freund in dem kleinen netten Imbiss um die andere Ecke verlassen kann. Man wird freundlichst begrüßt (“Hallo Chef!”), darf kundengerechte Königsentscheidungen fällen: “Welche Fleisch darf sein? Maus, Ratte oder Wiesel?” und bekommt nach der eben noch so schlechten Laune, doch so schnell wieder ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert…
…und Wiesel schmeckt übrigens sehr, sehr gut!


